Ein kurzer Streifzug durch die Geschichte des Faktorenhofes

Der Faktorenhof war eines der reichsten und herrschaftlichsten Gebäude des frühen 18.Jahrhunderts.
Unterhalb des Spreequellberges Kottmar gelegen, öffnet sich der Dreiseithof zur Straße.

Eibau besitzt mit dem Faktorenhof ein wertvolles Baudenkmal, welches als Kleinod im ländlichen Barock bezeichnet werden kann. Der Bau des Wohngebäudes wurde um 1717 ausgeführt. Das auf dem Schlussstein des reich verzierten Korbbogenportals befindliche Monogramm zeigt neben den Initialen des Baumeisters einen Anker. Dieser Anker ist ein Hinweis darauf, dass der Auftraggeber und Bauherr, der Leinwandhändler Christian Zentsch, überseeische Handelsgeschäfte betrieb. Auch die Delfter Motive im reich bemalten Hauptzimmer des Obergeschosses sind ein Hinweis auf Handelsverbindungen mit dem Ausland. Der Chronist Dr. Edmund Wauer bezeichnet das Faktorenhaus als "Perle der Eibauer Barockbauten".

Das Herrenhaus hat im Erdgeschoss des in der traditionellen Bauweise der Oberlausitz errichteten Hauptgebäudes eine aus großen Nadelholzbalken gezimmerte Blockstube. Hier befindet sich heute die regionale Touristeninformation des Spreequell-Landes, in der sich der Besucher über Veranstaltungen, Sehenswürdigkeiten, gastronomische Einrichtungen, Übernachtungsmöglichkeiten, Ferienwohnungen und vieles mehr informieren kann.

Gegenüber befanden sich vor 250 Jahren ein Laden und die Verwahrkammern für das zum Export bestimmte Leinen. Meterdicke Wände mit in florentiner Art geschmiedeten Fenstergittern, gepanzerte Türen mit Stahlbändern und Rosetten wie auch Balkenriegel und dicke Fensterläden lassen den ehemaligen Reichtum ahnen.

Im Obergeschoss kündet Decken- und Wandmalerei von Handelszielen und heimgeholten Schätzen. Segenssprüche unterhalb der opulent mit floralen Ornamenten geschmückten Balkendecken ehrten den Fleiß des Hausherrn und beschützten ihn auf seinen Wegen.

 

 

In der Scheune hat die Gaststätte "Brauhaus im Faktorenhof" ihr Domizil gefunden. Durch die geschickte Integration des Gastraumes in eine ehemalige Scheune erschließt sich für die Besucher ein ganz besonderes Flair, geprägt durch eine Komposition aus historisch-rustikalem Ambiente, typisch Oberlausitzer Küche und gemütlicher Gastlicheit. Auch das über die Grenzen der Oberlausitz hinweg beliebte Eibauer Schwarzbier, nur einige hundert Meter entfernt gebraut und gereift, schmeckt hier besonders gut.